Vor fünf Jahren haben Andreas und Melanie die Durchführung des Schellerhau-Praktikums übernommen. Eben solange gibt es nun diesen Blog. In der schnell-lebigen Internetwelt kommt mir ein Blog heute schon wieder etwas altmodisch vor. Aber solange es noch nichts Neues gibt (Facebook ist keine echte Alternative…) stelle ich den Abschlussbericht des Workcamps nochmal hier online:

Fr, 05.08.2016

Anreise der TeilnehmerInnen

Abendvortrag zur Grünen Liga, Vorstellungsrunde, Erwartungen und Organisation der Woche mit Zeitplan und Aufteilung der Küchenteams. Büchertisch ist bereits aufgebaut und besonders die neuen Broschüren zu den NSGs kommen gut an. Es gibt auch slowakisch- und tschechisch-sprachige Bücher zum Thema Vegetationskunde zum Durchblättern.

Sa, 06.08.2016

Fahrt mit den Autos nach Altenberg auf den Parkplatz am Bahnhof. Von dort wandern wir auf den Geisingberg und besteigen den Louisenturm. Dabei erfahren die TeilnehmerInnen alles Wissenswerte zum NSGP „Bergwiesen im Osterzgebirge“, es werden einige Pflanzen- und Tierarten vorgestellt und auf die Wiesenpflege eingegangen. Vom Gipfel steigen wir am Steinbruch vorbei hinab Richtung Bärenstein, wandern am Wildpark vorbei weiter Richtung Lauenstein. Unterwegs können wir einen Blick auf eine Fläche werfen, die innerhalb einer Aktionswoche des Bergwaldprojekts gepflegt wurde. Naturschutz funktioniert viel durch Ehrenamt, lernen die TeilnehmerInnen. Ziel unserer Wanderung ist das Schloss Lauenstein, dort gibt es Mittags-Picknick und den Besuch des Schlosses. Borges Neubauer führt uns herum. Nach Ende der Besichtigung können wir noch reichlich Johannisbeeren pflücken und damit unsere Selbstversorgung ergänzen. Die Rückfahrt klappt dann doch per Auto ab Schloss Lauenstein, da Andreas mit Bus erst Nachmittag zu uns stößt und so weitere Autofahrer zu den Autos gebracht werden können.

So, 07.08.2016

Das Wetter bleibt weiter schön und so starten wir in den Tag mit einer kurzen Runde über die Schellerhauer Weißeritztalwiesen und den Wald entlang des Baches, zum Pilzesuchen. Anschließend geht es mit den Autos nach Reichstätt bei Dippoldiswalde zur Schäferei Drutschmann. Karin Drutschmann erklärt uns in der Spinnstube den Betriebsablauf der Schäferei und erzählt etwas über die Entwicklung des Schäfereiwesens während und nach der DDR. Auch über die Verwertungsmöglichkeiten von Wolle wird gesprochen. Wie sehr die Schafe ihren Beitrag zum Grünlandmanagement leisten, darauf wird natürlich auch eingegangen. Nach einem Imbiss besuchen wir dann zusammen mit Herrn Drutschmann die Böcke auf einer nahegelegenen Weide.

Nach unserer Rückkehr bleibt noch Zeit zum Baden im Böhmischen Teich und für einen Besuch im Georgenfelder Hochmoor sowie anschließendes Blaubeer-Pflücken.

Mo, 08.08.2016

Die Gruppe ist als Team zusammengewachsen und startet hochmotiviert in ihren ersten Arbeitseinsatz. Die Handsensen sind nach einer Einführung und Arbeitsschutzbelehrung alle im Dauereinsatz. Eine solch geschickte Truppe hatten wir lange nicht. Dem Rohrkolben geht es an den Kragen und bis zum Abend ist die gesamte Wiese gemäht sowie teilweise beräumt. Die Biomasse wird in diesem Jahr nicht vom Förderverein mit Ladewagen abgefahren, sondern später direkt vom Forst – dem Eigentümer der Fläche – abgeholt. Daher entfällt das Schloten auf dem unteren Teil (der „Dreieckswiese“), so dass es noch ein bisschen schneller geht als sonst.

Am Abend verwandelt sich spontan in einen Liederabend im Esszimmer. Die Liederbücher, die im Mayenhof vorhanden sind, unterstützen uns bei der Wahl und Textsicherheit der Lieder.

Di, 09.08.2016

Leider bricht das Wetter ein, so dass die Wiese am Dienstag bei Regen beräumt werden muss. Es steht die Himmelsleiter auf dem Plan und auch hier sind wieder alle mit vollem Einsatz dabei, so dass die Arbeit am frühen Nachmittag abgeschlossen ist.

Wir beenden den Tag mit einer Honigverkostung und allen spannenden Infos rund ums Thema Bienenhaltung. Andreas hat einen ähnlichen Abend mit großem Zuspruch schon während des Heulagers veranstaltet, so dass er seine Imker-Utensilien auch diesmal wieder mitgebracht und erläutert hat. Das Bienen-Quiz forderte alle dazu heraus, sich mit einigen kniffligen Fragen zu beschäftigen. Nach dem Abendessen schauten wir dann noch gemeinsam „More than Honey“, den Dokumentarfilm über das Bienensterben und die Bestäubungs-„Industrie“.

Mi, 10.08.2016

Zu Beginn des Tages gibt es für alle eine gemeinsame Führung durch den Botanischen Garten mit Frau Zimmermann. Danach werden wieder die Handsensen geschwungen. Lothar Rietzschel hat hier in den Morgenstunden schon einen kleinen Vorsprung erarbeitet. Viele Hände – schnelles Ende. Bis zum Mittagessen im Oberen Gasthof sind alle Flächen im Botanischen Garten ganz traditionell gesenst und beräumt. In der Gaststätte sitzen wir den Nieselregen aus und beenden danach auch die Sonnentau-Wiese. Ein Teil der Gruppe mäht und beräumt vor und hinter dem Mayenhof.

Ein Besuch bei Dietrich Papsch mit Gesprächen über die Energiewende und was der Einzelne dafür tun kann, muss in diesem Jahr aufgrund von Krankheit leider ausfallen.

Do, 11.08.2016

Waldtag in den Flächen an der Sachsenhöhe. Hier geht es um Waldumbau und Zaunpflege. Frank Lochschmidt und Anja Weber begleiten uns an diesem Tag. Zu Beginn lernen alle die Arten genau auseinanderzuhalten. Bei Linde und Haselnuss kann es auf den ersten Blick schwierig sein – und die erste soll stehe bleiben, die zweite kann rausgenommen werden. Als die Artenkenntnis sitzt werden Werkzeuge verteilt und dann im ersten Zaun hauptsächlich das Brombeergestrüpp, dass über kleinere früher gepflanzte Laubbäume wuchert, zurückgeschnitten. Das Mittagspicknick im Wald schmeckt allen. Im großen Zaun fallen dann auch größere Birken und Faulbäume. Eine Fichte mit Blitzeinschlag gibt es am Ausgang des Zauns zu bewundern. Außerdem halten manche die zahlreichen Heidelbeeren ein bisschen vom Arbeiten ab.

Am Abend wird am Lagerfeuer gegrillt.

Fr, 12.08.2016

Gegen 10 Uhr müssen wir den Mayenhof verlassen, davor wird gründlich geputzt. Da in diesem Jahr (fast) alle TeilnehmerInnen schon Pläne für das Wochenende geschmiedet haben und auf eine frühe Abreise orientieren, entfällt die Abschlusswanderung. Ein Teil der Slowakischen Teilis geht dafür in der Sächsichen Schweiz rund um Hohnstein wandern. Und wer von soweit her kommt sollte die Zeit auch dafür nutzen dürfen, in Sachsen mehr als einen Naturraum kennenzulernen.

Es war mal wieder eine tolle, energiegeladene Woche im Erzgebirge, mit ziemlich gutem Wetter, und, laut Feedback – zuviel gutem Essen 😉

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